Sascha Schneider, HWK Schwaben

Schülerinnen und Schüler entdecken grüne ZukunftsberufeNachhaltigkeit im Handwerk: „Green Day“ bei der HWK Schwaben

Klimaschutz, Energiewende und nachhaltiges Bauen zählen zu den großen Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft. Dabei spielt das Handwerk eine Schlüsselrolle – ob bei Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, energieeffizienten Sanierungen oder nachhaltigen Werkstoffen. Gleichzeitig suchen viele Jugendliche nach Berufen mit Sinn und Zukunftsperspektive. Genau hier setzte der „Green Day“ der Handwerkskammer für Schwaben an. Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Augsburg-Herrenbach lernten nachhaltige Handwerksberufe kennen, konnten Fragen stellen und selbst praktische Erfahrungen sammeln.

 

Elektrotechnik, Schreinerhandwerk und SHK-Berufe

Der Green Day begann im Umweltbildungszentrum Augsburg mit Vorträgen zu Nachhaltigkeit, Umweltschutz und den Zukunftschancen im Handwerk. Anschließend wechselten die Jugendlichen in das benachbarte Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer. Dort standen praktische Workshops mit der Schreinerei AHA GmbH aus Gersthofen, dem Elektrohaus Zimmerly aus Augsburg sowie der SHK-Innung Augsburg auf dem Programm. Neben Informationen zu Ausbildung und Karriere konnten die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und die Berufe aus nächster Nähe kennenlernen.

 

„Handwerk ist Zukunft – und nicht ersetzbar“

Für Tanja Zimmerly vom Augsburger Elektrohaus Zimmerly sind Veranstaltungen wie der Green Day ein wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung. Junge Menschen müssten frühzeitig erleben, was moderne Handwerksberufe tatsächlich ausmacht und welche Chancen sich dahinter verbergen. Das Handwerk sei ein hochspannendes Zukunftsfeld, das sich zwar technologisch stetig weiterentwickle, gleichzeitig aber von praktischen Fähigkeiten und menschlicher Erfahrung lebe. „Das muss man den jungen Menschen näherbringen. Das Handwerk kann nicht durch KI ersetzt werden“, betont Zimmerly. Sinnvolle Tätigkeiten und die Möglichkeit, konkret etwas zu bewirken, spielten bei der Berufswahl eine immer größere Rolle.

 

Praxis schlägt Theorie

In den Werkstätten entstanden kleine Windräder, Handyhalter aus Holz und Herzen aus Kupferrohren. Für Hans-Jörg Höbel, Lehrer an der Herrenbach-Mittelschule Augsburg, liegt darin ein großer Mehrwert der Veranstaltung. Die Schülerinnen und Schüler seien zügig bei der Sache gewesen und hätten sich engagiert eingebracht. „Dass die Schülerinnen und Schüler selber etwas machen dürfen, ist extrem wichtig“, sagt Höbel. Berufsorientierung funktioniere besonders dann gut, wenn praktische Erfahrungen im Mittelpunkt stehen. „Wenn man versucht, die Theorie über das Praktische zu vermitteln, geht das einfach schneller“, so der Pädagoge.

 

Direkte Begegnungen schaffen Interesse

Alexandra Nagel, Ausbildungsleiterin der Schreinerei AHA GmbH aus Gersthofen, betont den besonderen Wert des direkten Kontakts zwischen Jugendlichen und Betrieben. Die Schülerinnen und Schüler bekämen hier nicht nur theoretische Informationen, sondern könnten erleben, wie der Berufsalltag tatsächlich aussieht und welche Menschen hinter einem Handwerksberuf stehen. „Dadurch bekommen die Jugendlichen einen Einblick ins Handwerk und wir können sie dafür begeistern“, sagt Nagel. Gerade diese persönliche Begegnung könne entscheidend für die spätere Berufswahl sein.

Viele junge Menschen suchten nach einer Tätigkeit mit Sinn, Zukunft und Sicherheit. Zudem wachse das Bewusstsein dafür, dass eine handwerkliche Ausbildung hervorragende Perspektiven eröffne – beruflich ebenso wie persönlich. Positiv bewertet sie auch die Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer für Schwaben. Veranstaltungen wie der Green Day seien für die Nachwuchsgewinnung von großer Bedeutung. „Das ist für uns eine super Werbung für unseren Beruf, weil die Jugendlichen unser Berufsbild direkt kennenlernen und sich direkt damit beschäftigen“, erklärt Nagel.



Nachhaltigkeit bewegt die nächste Generation

Wolfgang Spengler, Leiter des Bildungszentrums der SHK-Innung Augsburg, sieht insbesondere den Nachhaltigkeitsgedanken als wichtigen Faktor bei der Berufswahl junger Menschen. Energieeffizienz, moderne Heiztechnik und erneuerbare Energien seien Themen, mit denen sich viele Jugendliche auseinandersetzten. „Nachhaltigkeit ist wichtig. Jugendliche werden dadurch in ihrer Berufswahl beeinflusst, das Interesse ist sehr groß“, sagt Spengler. Gerade das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk ermögliche es jungen Menschen, aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz beizutragen. Entsprechend positiv fällt sein Fazit aus: „Wir müssen Werbung für das Handwerk machen. Wir versuchen, immer dabei zu sein, und tun alles dafür.“

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